Gesetzesentwurf in Nordrhein-Westfalen reformiert Lizenzvergabe für Online-Casinos

Nordrhein-Westfalen hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der das Online-Casino-Glücksspielgesetz aus dem Jahr 2022 ändert und damit den bundesweiten Glücksspielstaatsvertrag 2021 umsetzt, während die erste Lesung bereits abgeschlossen ist und der zuständige Ausschuss im Juli 2026 eine Empfehlung abgegeben hat.
Hintergründe der geplanten Reform
Das bestehende Gesetz regelt seit 2022 die Erlaubnis für Online-Casino-Spiele in Nordrhein-Westfalen und schafft die rechtliche Grundlage für private Anbieter, die unter strengen Vorgaben des GlüStV 2021 operieren dürfen, doch nun sollen durch gezielte Änderungen bis zu fünf Konzessionen über ein formales Vergabeverfahren erteilt werden, das sich von bisherigen Verwaltungsverfahren unterscheidet und damit den wirtschaftlichen Anforderungen wie hohen Kosten für Live-Übertragungen Rechnung trägt.
Neue Vergabeverfahren für Konzessionen
Statt der bisher üblichen administrativen Genehmigung sieht der Entwurf ein Ausschreibungsverfahren vor, das bis zu fünf Betreibern die Möglichkeit eröffnet, Online-Casino-Spiele legal anzubieten, und dieses Verfahren soll kurz nach Inkrafttreten des Gesetzes starten, wobei Experten darauf hinweisen, dass die klare Struktur des Prozesses Transparenz und Wettbewerb fördert, während die Regelungen gleichzeitig die Einhaltung von Jugendschutz und Spielsuchtprävention sicherstellen.
Erweiterte Befugnisse für das Innenministerium
Das Ministerium des Innern erhält durch die Novelle zusätzliche Aufsichtsbefugnisse, die es ermöglichen, Genehmigungen für Dienstleister zu erteilen und dabei auch Live-Dealer-Streams aus gemeinsamen Räumlichkeiten zuzulassen, was bisherige Einschränkungen lockert und den Betreibern mehr Flexibilität bei der Produktion von Echtzeit-Spielen bietet, während gleichzeitig die Kontrolle über die Einhaltung technischer und rechtlicher Standards gestärkt wird.

Regelungen für Dienstleister und Live-Streaming
Neue Vorgaben erlauben es autorisierten Dienstleistern, Streaming-Dienste aus geteilten Studios bereitzustellen, und diese Änderung adressiert direkt die hohen Produktionskosten, die bei individuellen Live-Übertragungen entstehen, sodass mehrere Anbieter Ressourcen bündeln können, ohne die Sicherheits- und Identitätsprüfungen zu umgehen, die der GlüStV 2021 vorschreibt, und Beobachter stellen fest, dass solche Regelungen den Marktzugang für kleinere und mittlere Unternehmen erleichtern.
Aktueller Stand und Zeitplan im August 2026
Nach der ersten Lesung und der Ausschussempfehlung im Juli 2026 liegt der Fokus nun auf der weiteren parlamentarischen Behandlung, wobei der Entwurf als Drucksache MMD18-18505 im Landtag vorliegt und eine Verabschiedung in den kommenden Monaten erwartet wird, was den Start der Ausschreibung für die Konzessionen unmittelbar danach ermöglicht und damit den Weg für private Betreiber ebnet, die unter den neuen Bedingungen tätig werden wollen.
Die Verknüpfung mit dem Gesetzentwurf zeigt, dass die Änderungen gezielt auf die praktischen Herausforderungen des Marktes eingehen und zugleich die Ziele des GlüStV 2021, wie Kanalisierung in legale Angebote und Schutz der Spieler, weiter verfolgen.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Marktentwicklung
Die hohen Kosten für Live-Broadcasts haben bisher viele potenzielle Anbieter davon abgehalten, in den regulierten Markt einzutreten, doch durch die Möglichkeit gemeinsamer Studios und die Ausschreibungsverfahren soll der Zugang erleichtert werden, während die erweiterten Kontrollrechte des Ministeriums sicherstellen, dass alle Beteiligten die Vorgaben zu Datenschutz, Zahlungssicherheit und Suchtprävention einhalten, und Statistiken aus vergleichbaren Verfahren in anderen Bundesländern belegen, dass solche Modelle die Anzahl legaler Angebote erhöhen können.
Fazit
Der Gesetzesentwurf in Nordrhein-Westfalen markiert einen wichtigen Schritt zur Anpassung der Online-Casino-Regulierung an aktuelle wirtschaftliche Bedingungen, indem er ein Ausschreibungsverfahren für bis zu fünf Konzessionen einführt, erweiterte Befugnisse für das Innenministerium schafft und Regeln für Dienstleister mit gemeinsamen Live-Streaming-Einrichtungen festlegt, und diese Entwicklungen werden nach der geplanten Verabschiedung unmittelbar in die Praxis umgesetzt.